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„Diagnose-to-go“: Sinn und Unsinn bei Selbsttests aus der Apotheke

Jung, gesund und leistungsfähig – der Trend zur Selbstoptimierung ist in der heutigen Gesellschaft ungebrochen. Wer in Job oder Privatleben „schwächelt“, fühlt sich schnell auf dem Abstellgleis. Andererseits: Bei drohendem Unwohlsein immer gleich zum Hausarzt – wer will das schon? Deshalb bietet, abseits von Wartezimmer und Versichertenkarte, eine wachsende Zahl von Herstellern Gesundheits-Tests zur Selbstdiagnose. Basis der Tests sind fast immer Urin oder Blut sowie in seltenen Fällen Speichel oder Sperma, die Bandbreite ist riesig. Von A wie Allergie bis Z wie Zeugungsfähigkeit bieten Apotheken dutzende Sets an, neben Standard-Produkten wie Schwangerschafts- oder Cholesterintests auch Mineralstoff-Analysen, Allergietests, Analysen zur Bestimmung der Zeugungsfähigkeit oder des Herzinfarktrisikos, darüber hinaus Alkohol- und Drogenselbsttests oder den Nachweis spezieller Erregergruppen. So ganz ohne Aufwand geht es allerdings auch beim Heimtest nicht: Über Sinn oder Unsinn entscheiden oft ein ausreichendes Basiswissen sowie die Beachtung einiger Grundregeln.

CE-Kennzeichnung ist kein Qualitätssiegel

Mit durchschnittlichen Stückkosten von rund 20 Euro liegen die Selbsttests aus der Apotheke meist deutlich unter denen eines entsprechenden Tests beim Arzt. Weiter sparen sollte man bei ersterem allerdings nicht – die aufgedruckte CE-Kennzeichnung stellt nämlich entgegen landläufiger Meinung kein Qualitätssiegel dar, sondern beweist lediglich, dass das Produkt den Mindestanforderungen für die Einfuhr in die EU entspricht.

Eine Orientierungshilfe bietet dagegen eine Zulassung durch seriöse Einrichtungen wie dem Paul-Ehrlich-Institut oder der US-Gesundheitsbehörde FDA. Liegen die Preise unterschiedlicher Anbieter in einer Sparte auffällig weit auseinander, sollte man nach dem Grund suchen. Beim Schwangerschaftstest zum Beispiel gilt oft: Je teurer, umso früher lässt sich das entscheidende Hormon hCG feststellen. Auch unterschiedliche Testmethoden können eine Ursache für Preisunterschiede sein. So lässt sich ein erhöhter Zuckerwert sowohl über das Blut, als auch über den Urin oder das Fettgewebe feststellen, wobei der Bluttest wiederum exaktere Ergebnisse liefert.

Welche Testmethode im Einzelfall angezeigt ist, eröffnet ein Beratungsgespräch beim Apotheker. Immer ein Pluspunkt: Einfache Handhabung. Diese reduziert das Risiko falscher Durchführung und somit fehlerhafte Ergebnisse.

Chronisch Kranke haben den größten Vorteil

Gründlich abwägen sollten vor einem Heimtest vor allem Patienten, die einen Test einmalig durchführen möchten. Sicher ist nämlich: In den meisten Fällen kann die Sicherheit oder Schnelligkeit eines Labortests mit einem Heimtest nicht erreicht werden, auch wenn der Unterschied oft minimal ist. Kommt allerdings dann noch ein hoher Beratungsaufwand oder eigene Unsicherheit dazu, ist der Gang zum Arzt eventuell doch die bessere Wahl. Im Gegenzug sind die Selbsttests heute für viele chronisch Kranke unverzichtbar für ein komfortables Leben, vor allem Diabetiker oder Menschen die an Blutgerinnungsstörungen leiden, können für eine Feinabstimmung ihrer Medikamente kaum noch darauf verzichten. In diesen Fällen bezahlt die Tests sogar die Krankenkasse.

Wie gehe ich mit einem positiven Ergebnis um?

Nach dem Testergebnis stellt sich die vielleicht wichtigste Frage: Wie gehe ich mit der Diagnose um? Schnell kann die spontane Entscheidung für einen „Gesundheits-Check“ zur psychischen Belastung werden, wenn der Test auf eine Erkrankung positiv ausfällt. Bevor Panik ausbricht oder mit der langfristigen Einnahme von Medikamenten begonnen wird, empfehlen Experten auf jeden Fall den Gang zum Mediziner. Nur er kann die Testergebnisse richtig einordnen und eine angemessene Therapie verschreiben.

Spannend ist in diesem Zusammenhang die aktuelle Diskussion um HIV-Selbsttests: In anderen EU-Ländern bereits zugelassen, war den Verantwortlichen hierzulande bislang das Risiko von Fehldiagnosen und psychischer Belastung beim Heimtest zu groß. Mittlerweile wächst die Zahl der Befürworter. Und das Pendel schlägt auch in die andere Richtung aus: Letzter Schrei bei den Heim-Tests sind derzeit „Ahnen-Testkits“. Als lukratives Nebenprodukt der Erbforschung kann so der eigene „Genpool“ und die Ahnenreihe aus Mitteleuropäern, Asiaten oder Afrikanern nachvollzogen werden.

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