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Richtige Ernährung bei Diabetes

„Alles darf“ oder strenge Diät?

Wer von Diabetes geplagt ist, bekommt zu allem Unheil oft diverse gut gemeinte aber unerwünschte Ratschläge. Viele davon betreffen die Ernährung und können von einfachen Diätplänen bis hin zu ayurvedischen Kräuterrezepten reichen. Ältere Semester, auch Ärzte, raten zum völligen Verzicht auf Zucker, selbsternannte Naturheiler preisen Kurkuma als Wundermittel an und Sorglose schlagen vor, alles so zu belassen, wie es ist. Was stimmt nun?

Richtig ist, dass sowohl das Zuckerverbot als auch sehr strikte Ernährungspläne früher zur ärztlich empfohlenen Diät bei Diabetes gehörten. Dazu wurden Lebensmittel nach ihrem Kohlenhydratgehalt anhand des BE(= Broteinheit)-Werts eingeteilt. Dieser gibt die Menge kurzkettiger Kohlenhydrate an, die ein Nahrungsmittel enthält. Kohlenhydrate verändern den Blutzucker, welcher über das Insulin der Bauchspeicheldrüse geregelt wird. Kann Insulin durch eine erworbene Resistenz oder anderen Gründen jedoch nicht mehr richtig aufgenommen werden, steigt der Blutzucker stark an und bleibt in auf Dauer lebensgefährlichen Höhen. Dagegen wurde früher mit einer sehr rigorosen Insulintherapie angekämpft. Diese half zwar, war jedoch wenig individuell und verursachte zudem häufig Unterzucker. Daher gab es bis vor einiger Zeit sehr strenge Vorschriften, welche Anzahl BE-Einheiten zu welcher Tageszeit zu sich genommen wurden und sogar aus welcher Nahrungsmittelgruppe diese stammen durften. Heutzutage jedoch ist eine gute Feinabstimmung möglich, sodass die Dosis Tabletten oder Insulin an die eigenen Ernährungsgewohnheiten und –wünsche angepasst werden kann. Daher dürfen Diabetiker nun theoretisch alles essen, solang sie ihre Therapie sorgfältig genug darauf abstimmen.

Warum sollten Diabetiker nun trotzdem auf ihre Ernährung achten? Übergewicht ist der Hauptfaktor für die Entstehung von Diabetes und ein zusätzliches Gesundheitsrisiko. Das lässt sich nur durch eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung verbessern. Dabei unterscheidet sich eine gesunde Ernährung bei Diabetes im Grunde genommen nicht von der Ernährung, die auch für andere Menschen optimal ist. Um Gewicht zu verlieren, sollten etwas weniger Kalorien aufgenommen als verbraucht werden. Allerdings sollten hier nicht zu große Differenzen gewählt werden, sonst folgen unweigerlich Fressattacken und der berüchtigte Jo-Jo-Effekt. Außerdem ist beständiger Hunger ein Motivationskiller, was den Abnehmerfolg nicht eben wahrscheinlicher werden lässt. Wichtig ist deshalb, auf den Sättigungsfaktor zu achten. Vollkornprodukte sättigen beispielsweise länger als solche aus weißem Mehl. Auch Gemüse ist ein ausgezeichneter Magenfüller, zudem es weniger Fruchtzucker enthält und daher kalorienärmer ist als Obst. Im Allgemeinen sinnvoll ist eine Reduzierung von Fetten und Zuckern in der Ernährung. Nur letzteres zu meiden hilft nicht, wenn dabei fettreicher gegessen wird, denn Bauchfett stellt eines der stärksten Risiken für Diabetiker dar. Daher bilden Obst und Gemüse – die vorgegebene Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Gesundheit beträgt etwa 650g, wird jedoch nur von wenigen Deutschen erreicht – einen guten Ersatz. Auch mageres Fleisch und ungesüßte Milchprodukte eignen sich gut.
Für Naschkatzen gibt es noch einen Geheimtipp: Werden Speisen mit der gleichen Menge Xylit anstatt Haushaltszucker gesüßt, spart das etwa 40% Kalorien ein. Zudem wird das Süßungsmittel als Zuckeralkohol nicht über den Insulinkreislauf verstoffwechselt.

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